Wegekreuz neu Errichtet in Eisenach                                      

Werner Weber Eisenach

Das Kreuzsymbol ist ein Konfessionsübergreifendes Zeichen für das Sterben von Jesus Christus. Es steht für Ende aber auch für Anfang zu etwas Neuem. An unseren heutigen Straßen zeugen Sie von Leid, deren Ursache oft Unachtsamkeit war. Oft sind es Holzkreuze die uns nur vorübergehend an ein trauriges Schicksal erinnern. Langsam verfallen sie, gleich dem Vergessen an einen lieben Menschen.

In vergangenen Jahrhunderten waren es steinerne Kreuze die am Wegesrand von Schicksalsschlägen berichten, allerdings auch Kreuze die aus Dankbarkeit errichtet wurden.

Das älteste Sandstein Kreuz auf unserer Gemarkung stammte aus dem Jahre 1701 und war ursprünglich am Mühlenweg aufgestellt. Dazu muss man wissen, dass etwas unterhalb des Hauses Mohr Eberhard ein alter Weg nach Meckel führte. An diesem Weg, „Rohplatz“ genannt, stand bis zum Jahre 1881 eine steinerne Viehtränke. Gespeist wurde diese aus einer Quelle aus der Flur „ob da Häd“. Schon die Römer nutzten dieses Quellwasser zur Versorgung der bekannten Siedlung auf „Broumbom“.

Aber nun zum Anlass der Aufstellung des erwähnten Wegkreuzes im Jahre 1701 und seiner Bedeutung. Dieses aus gelbem Sandstein gehauene Kreuz trug die Inschrift:                                                  1701 IST DER EHRSAME PETER SIMON AUS MECKEL HIER  ENTSCHLAFEN DRUM ZUR EHRE GOTTES HYRONIMUS SIMON DIES KREUZ HAT AUFRICHTEN LASSEN 

Darunter war als Symbol ein alter Pflug vom Steinmetz eingeschlagen. Dieses sollte auf den Unglücksfall hinweisen der damals hier geschehen war. Simon Peter aus Meckel waren beim Pflügen seine Gespann Ochsen „durchgegangen“, hier am Brunnen fand man ihn, Tod im Pflug hängend.

Familiengeschichte der Simon bzw. Zeimetz Familie aus Meckel

Dazu schauen wir in das Familienbuch Meckel

Im Familienbuch heiratet (Nr.662) Simons Tomis aus Schankweiler, vor dem Jahre 1684 in Meckel Simons Eva. Das Heiratsdatum ist nicht zu ermitteln, ihr erstes Kind ist 1684 geboren, danach richtet sich diese Angabe. Sie haben sieben Kinder, darunter auch der 1687 geborene Sohn Peter Simon, der 1701 am Mühlenweg verstarb.

Nun wird sich der aufmerksame Leser fragen, warum pflügte der knapp 15 Jährige Peter auf den Eisenacher Feldern. Ein Grund könnte sein, dass (Nr.661) Maria Zeimetz – Simon aus Meckel im Jahre 1701 Wolfgang Christmann aus dem Michelshaus am Mühlenbach heiratete.

Das Gedenkkreuz errichtet hat Hieronymus Zeimentz ( Meckel Nr. 810) im Jahre 1701. Bis zum Jahre 1881 stand das Gedenkkreuz an der Tränke am Mühlenweg. Im selben Jahr verlegte man die Viehtränke in den Ortsbereich, dem heutigen Standort Martinstr. – Ecke Gilzemerstr. Auch die Zuleitung der alten Quelle wurde dort hin verlegt. Das Kreuz wurde am Giebel des damals ersten Hauses am Mühlenweg (Jonas) 1881 aufgestellt. Hier stand es bis etwa 1980, etwas baufällig, und wurde bei Verputz arbeiten am Straßengiebel durch eine Firma aus Irrel leider entsorgt.

Ich fand dieses als großen Verlust für die Geschichte unseres Dorfes und stellte mir damals die Aufgabe, ein entsprechendes Kreuz eines Tages neu aufzustellen. Im Jahre 2019 ergab sich die Möglichkeit auf unserem Friedhof das Grabstelle der Familie Thielen aus der Irrelerstraße aufzulösen. Ihr aus gelbem Sandstein bestehendes Friedhofskreuz soll nun das „entsorgte“ Kreuz ersetzen.                                                                                      Einige Hilfsbereite Rentner, Brosius Willi, Quiring Matthias und Weber Ewald unterstützten mich, meine Idee in die Tat umzusetzen. Nach Tagelangen Säuberungsarbeiten und der gelungenen Umgestaltung ist es nun endlich soweit, das ehemalige Friedhofskreuz aufzustellen. Eine entsprechende Texttafel aus Metall, bearbeitet von Theo Kölsch, wird nun auf dieses damalige Unglück hinweisen. Dazu wird auch der von der Gemeindeverwaltung angewiesene Platz beitragen. Das Gedenkkreuz wird am 1881 angelegten Brunnen Ecke Martinstraße – Gilzemerstraße errichtet. Ich möchte mich bei allen bedanken die aus meinem Vorhaben nun Wirklichkeit werden ließen.

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